Mödlareuth am 18.03.2007 - 43 Jahre danach... Seite 01Zurück | Anfang | Vor |
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Als ich meine Geschäftsreise nach Halle plante, erinnerte ich mich an meine Zeit beim BGS in Hof und später in Bayreuth. Wie oft hatten wir hinüber geschaut in das andere Deutschland, meine Kameraden und ich. Ich hatte mich immer wieder gefragt, wie es dort wohl hinter dem Wald, hinter dem Hügel, hinter den Häusern aussehen würde. Unmittelbar nach der Öffnung der DDR bin ich im Februar 1990 erstmals in Halle gewesen. Ich erinnere mich noch gut an mein Hotel, das Rote Ross. Auf der Rückfahrt habe ich wegen enger geschäftlicher Terminfolge erst gar nicht daran gedacht, einmal die Stellen aufzusuchen, die ich gesehen hatte, jedoch nie erkunden durfte. Bei der Geschäftsreise im März 2007 hatte ich mehr Luft - kein Wunder, denn inzwischen bin ich als Rentner ehrenamtlich im Einsatz. Mödlareuth stand ganz oben auf meiner Besuchsliste, denn mit diesem "kleine" Dorf verknüpft sich auch die Erinnerung an den Besuch des Bundespräsidenten im Oktober 1964. Mödlareuth gehörte zu den besonderen Punkten, die der junge Grenzjäger erleben durfte. Das Dorf war geteilt. Längs der Grenze, dem Tannbach, verlief der Stacheldrahtzaun. Es war die Berührung von Ost und West, von Russland und den USA... E-Mail vom 01.05.2007 von Bernd: Liebe Grenzschützer von der Westseite, auch ich war vor 43 Jahren als Grenzsoldat in Mödlareuth stationiert und zwar von1964-65 als Wehrpflichtiger nach 6 Monaten Ausbildung in Johanngeorgenstadt. Ich konnte mir diesen Dienst nicht aussuchen, aber im Nachhinein muss ich feststellen, dass dadurch mein politischer Horizont wesentlich erweitert wurde. Unverständlich ist mir bis heute, dass der Einsatz trotz meiner beiden Westtanten erfolgte. Den Besuch von Lübke habe ich auch mitgemacht. Da lagen wir mit voller Ausrüstung im Dreck. Es war fast so, als würde der Weltkrieg ausbrechen. Den Bau des Sichtschutzes (Vorläufer der Mauer) habe ich unmittelbar miterlebt. Ich stand direkt an der Grenzmarkierung, 3 Meter vor mir der BGS etwa im gleichen Alter, hinter mir die arbeitenden Pioniere aus Plauen. Es war keine schöne Situation. Ein Feindbild hatte sich trotz des Politunterrichtes nicht herausgebildet. Nur die Einwohner und Zuschauer waren sichtlich erregt. Sie beschimpften uns als Mauerwächter. Ich hatte eben Pech, dass ich 1942 in Thüringen geboren wurde und die Amerikaner im Juli 1945 dort wieder abzogen. Aber dann wäre ich vielleicht Wehrdienstverweigerer geworden und hätte mein heißgeliebtes sozialistisches Vaterlandland nicht schützen können. Ich habe die Zeit ohne Vorkommnisse überstanden. Ein Glück!!! Mit
besten Grüßen verbleibt Bernd Ein Hinweisschild für
die Besucher der Zonengrenze aus den vergangenen Tagen der Teilung
Deutschlands. Aus
dem Bundesarchiv: Der
Bund der Mitteldeutschen (BMD) wurde am 19./20.4.1969 im Schöneberger
Rathaus in Berlin gegründet. Mitgliedsverbände waren u. a. der
Gesamtverband der Sowjetzonenflüchtlinge e. V. (GSF), die Vereinigte
Landsmannschaften Mitteldeutschlands e. V. (VLM) und die
Interessengemeinschaft der in der Zone enteigneten Betriebe e. V. (IOB).
Zum ersten Präsidenten wurde Ernst Lemmer, MdR, MdB und
Bundesvertriebenenminister von 1964-1965, gewählt. Ihm folgte von
1971-1973 Jürgen Wohlrabe, MdB, seit 1989 Präsident des
Abgeordnetenhauses von Berlin. |