Mödlareuth am 18.03.2007 - 43 Jahre danach... Seite 26

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Auf der einen Seite die Amerikaner und auf der anderen Seite die Russen. Auf der Ost-Seite ist keine Danksagung zu finden...

Wir teilten uns die Kaserne in Hof an der Kulmbacher Straße, die Amerikaner und der Bundesgrenzschutz. Das Kasernengelände war durch einen ca. 2 Meter hohen Zaun getrennt. Das stadtauswärts liegende Gelände war dem BGS vorbehalten.

Die Amerikaner schienen im Überfluss zu leben. So hatten wir in ihrem Gefolge und durch gute Kontakte immer ausreichend zum Rauchen und zum Trinken. Es gab auch kleinere Zwischenfälle, denn manchmal ging es hoch her und dann kam es zu Handgreiflichkeiten - aber nur manchmal. Auch erinnere ich mich sehr gut an einen Amerikaner, der mit einer deutschen Band im Schützenhaus auftrat. War das gut, wenn der "Only You" sang und das Licht im Saal herunter gefahren wurde...

Mit den Amerikanern wurden gemeinsame Grenzstreifen "gefahren". Ich erinnere mich daran, dass ich eingeteilt war, um eine amerikanische Streife mit weiteren vier Kameraden zu begleiten. Kurz vor Abfahrt aus der Kaserne wurden wir davon unterrichtet, dass zwei höhere amerikanische Zivilbeamte aus den USA gekommen seien, um die Lage vor Ort anzusehen. Überraschung, die beiden hochrangigen Beamten waren weiblichen Geschlechts. Nach dem "Absitzen" blieben beide Damen im nahegelegenen Wald zur Zonengrenze stehen und waren nicht zu bewegen, doch etwas näher an die Grenze heranzugehen. We don't want to be seen by the East-Germans, war ihre Begründung. In der Tat waren auf dem Holzturm zwei NVA-Angehörige zu sehen. So waren die Damen an der Zonengrenze gewesen aber doch nicht so richtig. Ob sie einen Bericht über ihre dramatische Begegnung mit zwei kommunistischen Soldaten geschrieben haben, ist nicht bekannt.

Das Museum zeigt dagegen den Eintrag eines Amerikaners, der es bis nach Mödlareuth und an die Zonengrenze geschafft hat...